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Evangelische Hochschule Freiburg




Dekoration: Ein Goldfisch springt von einem Wasserglas ins andere

Das AGP bietet sozialwissenschaftliche empirische Forschung und darauf aufbauend Beratung und Weiterbildung. mehr

Als hochschulnahes Institut sind wir in der Lage gewonnene Erkenntnisse in die Lehre zurückzuspiegeln.

Das AGP fühlt sich innovativen Ansätzen verpflichtet. Das gilt sowohl für unsere regionalen Praxisprojekte als auch für unser bundesweites Engagement in der Alten-, Pflege und Behindertenpolitik. Wir setzen Trends und treiben Entwicklungen voran, um den gesellschaftlichen und demografischen Wandel werteorientiert mit zu gestalten. Themenübergreifend gilt unser Interesse den Antworten auf vor allem zwei Fragen:

Wie kann Solidariät zwischen den Generationen im Wechselspiel von Staat, Markt, Familie und dem Dienstleistungs- bzw. Nonprofit-Sektor gelingen? Und: Wie lassen sich vor ebenfalls diesem Hintergrund teilhabegefährdete Personengruppen verlässlich unterstützen?

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Evaluation des Wohn- und Teilhabegesetzes des Landes Sachsen-Anhalt

Auftraggeber / Zuschussgeber

Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt

Kooperationspartner

Dr. Hannes Ziller

Zeitraum 07.2014 - 04.2015
Projektziel

Ziel der Evaluierung ist die Erforschung der praktischen Umsetzung und möglichen Auswirkungen des "Wohn- und Teilhabegesetzes" in Sachsen-Anhalt (WTG LSA). Zentrale Aufgabe war es, Neuregelungen im Vergleich zum alten Heimgesetz auf Wirkung und Zielerreichung zu untersuchen sowie die Grundlage für Gesetzesänderungen vorzulegen.

Beschreibung

Das Design der Evaluation des WTG LSA beruht auf einer rechts- und verwaltungswissenschaftlichen Analyse in Verbindung mit sozialwissenschaftlichen Erhebungen und Recherchen mittels quantitativer und qualitativer Methoden. Im Einzelnen wurden folgende Evaluationsschritte durchgeführt:

  • Auf der Basis des Gesetzestextes wurden in einer rechts- und verwaltungswissenschaftlichen Analyse – unter Einbezug der Anzeigen von Verbänden, der Heimaufischt etc. sowie der im Evaluationsprozess deutlich gewordenen Fragen – die zentralen Auslegungsfragen des Gesetzes analysiert.

  • Eine schriftliche Online-Befragung fokussierte die Anwendungspraxis und Anwendungsprobleme des WTG LSA sowohl der Einrichtungen als auch der Heimaufsicht.

  • Eine schriftliche Befragung von Engagierten in Einrichtungen der Pflege und Eingliederungshilfe sowie von Angehörigen, deren Menschen in solchen Einrichtungen leben, erweiterte die Perspektive um lebensweltliche Fragen aus der Perspektive von Bürgerinnen und Bürgern, die mit Einrichtungen der Pflege oder Eingliederungshilfe aus ihren Zusammenhängen verbunden sind.

  • In einer systematischen Bestandsaufnahme von selbstorganisierten und nicht selbstorganisierten Wohngemeinschaften konnten wichtige Erkenntnisse über diese neuen Wohnformen im Land Sachsen-Anhalt gewonnen werden. Sie wurde durch eine kombinierte Internet- und Telefonrecherche durchgeführt.

  • Durch die Begleitung und Beobachtung von Prüfungssituationen der Heimaufsicht wurden die Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften in der Praxis sowie das Handling von Zielkonflikten zwischen den Aufträgen „Beratung“ bzw. der „Aufsicht“ analysiert.

  • In einer Reihe von Workshops wurden einzelne, für die Evaluation als bedeutend identifizierte Themen mit dem Ministerium und relevanten Akteuren erörtert. Dazu gehörten z.B. ein Workshop zu den Themen Selbstbestimmung, Teilhabe, Inklusion und Mitwirkung und ein Workshop-Gespräch mit etwa 20 bis 30 Menschen mit Behinderungen. Die vorläufigen Ergebnisse und möglichen Schlussfolgerungen der Evaluation wurden in einem abschließenden Workshop mit zahlreichen Vertreter/innen von Heimaufsicht, Verbänden der Normadressaten sowie weiteren Akteuren diskutiert.

Leitung Prof. Dr. habil Thomas Klie
verantwortliche/r Mitarbeiter/in Pablo Rischard
Publikationen / Material

Klie, Thomas; Rischard, Pablo; Ziller, Hannes (2015): Evaluation des Wohn- und Teilhabegesetzes des Landes Sachsen- Anhalt (WTG LSA). Abschlussbericht. Hg. v. Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt. AGP Sozialforschung. Freiburg.

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